Beetgeschichten aus dem Garten der Vielfalt

von Marlies Ortner, Stainz/Steiermark

Zu Beginn des neuen Gartenjahrs ist es nützlich, Rückschau zu halten.
Im Garten der Vielfalt waren für Gemüse, Beeren, Kräuter und Samen im vergangenen Jahr wieder verschiedene Beet-Arten in Betrieb: die fünf langen Wallbeete, bananenförmig als Sonnenfallen auf einen leichten Nordhang gebaut, vier Grasmulchbeete im Freiland und eines im neuen Folientunnel sowie ein Hügelbeet und ein Hochbeet (Natürlich gibt es auch die langjährigen Blumen- und Schotterbeete, den Steinkreis und die Kräuterspirale noch.)
Während das Hügelbeet bzw. seine Pflanzen an Baumängeln zu leiden hatten (zu „luftig“ gebaut – der noch grüne Astschnitt konnte nicht ausreichend verdichtet werden; zu warten wäre besser gewesen), entwickelten sich die Lebensgemeinschaften auf den anderen Beeten auf interessante Weise.

Zwei der Wallbeete setzten ihre Umwandlung von Lebensräumen für Einjährige zu solchen für Mehrjährige selbständig und planmäßig fort: Die Erdbeeren wanderten in Längsrichtung mehrere Meter weiter, gefolgt von den Himbeeren, wobei diese offenbar eine größere Geschwindigkeit entfalten und sich auch nicht immer an die vereinbarte Laufrichtung halten, ja unterirdisch den gemähten Grasstreifen zwischen den Beeten überqueren und auf dem nächsten Beet auftauchen, auf dem ein strenges Himbeer-Verbot gilt. Aber in diesem Jahr wurde den Himbeerpflanzen alles verziehen, waren sie doch neben Erd- und Brombeeren das einzige Obst – alle anderen Fruchtansätze waren ja Ende April bzw. Anfang Mai einem heftigen Spätfrost zum Opfer gefallen.

Über 60 Bohnenstangen (einzeln stehende Fichtenstangen und Dreier-Kombinationen aus Bambus, 2,5 bis 4,5 m hoch) fanden Anfang Mai auf den Wallbeeten halbwegs gute Plätze – zwischen blühendem Feld-/Vogerlsalat (ergab eine Salatschüssel voll Samen…), wucherndem Schlangenknoblauch-Grün (keine Chance, die Pflanzen durch Weg-Essen in die Schranken zu weisen), vorauseilenden Erdbeerpflanzen und „illegalen“ Blumenstauden wie Färberkamille, Nachtviole, Geißraute, Goldfelberich und Bartnelken (die wegen ihrer Schönheit und ökologischen Wichtigkeit wieder einmal nicht gejätet worden waren). Zu jeder Stange kam eine große Schaufel voll guter Erde, die sich in unseren „Erdfabriken“ – dem Vorgänger-Hügelbeet, dem Hochbeet und der Kompostmiete – gebildet hatten. Vermischt mit dem Boden der Wallbeete gab sie den Bohnenkörnern einen guten Start – aber nicht nur diesen.
Denn zu unserer Überraschung keimten rund um die Stangen auch zahlreiche Körner-Amarantpflanzen, Tomatillos, Paradeiser und natürlich Baumspinat (letzterer war allerdings nicht überraschend). So groß die Freude über diesen Zugewinn auch war, mussten wir doch Zug um Zug einen Teil der spontanen Keimlinge entfernen, damit unsere Hauptfrucht auf diesen Beeten, die Bohnenpflanzen, genug Nährstoffe, Licht und Luft hatten. Die verbleibenden Lebensgemeinschaften entwickelten sich prächtig und fanden in den Bohnenstangen eine brauchbare Stütze. Die Paradeiserpflanzen hielten mit ihrem Geruch die naschhaften Rehe von den Bohnenblättern ab (zumindest solange sie der Krautfäule trotzten), die Baumspinatblätter waren beliebtes Sommergemüse und die Tomatillos blühten herzerfrischend.
Ab dem Spätsommer leuchteten die bis 1,60 m hohen roten und kupferfarbenen Amarant-Blütenstände aus dem Bohnenwald hervor und machten jeden Beetbesuch zum Ereignis. Das Zusammenleben mit anderen Familien und Arten hatte den Pflanzen sehr gut getan und sie bildeten prächtige Fruchtstände aus – im Gegensatz zu den klein Gebliebenen, die wir in Reihen ausgesät hatten und die sich trotz energischem Auslichten gegenseitig konkurrenzierten. Die Amarantkörner-Ernte von den selbst ausgesäten Pflanzen war jedenfalls beträchtlich.

Vor und hinter hinter die Bohnenstangen hatten wir überschüssige Kohlgewächse platziert. Während es dem Kopfkohl auf den sonnigen Plätzen im Sommer zu heiß war – Mulchen war keine ausreichende Hilfe -, war es ihm hinter den Bohnen zu dunkel. Erst nach dem Sommer, als sich die Bohnenblätter im unteren Bereich lichteten, begannen die Krautpflanzen kräftiger zu wachsen, aber für manche reichte die Zeit nicht mehr. Große Freude machte aber der kräftige Markstammkohl, der an nicht sehr hellen Plätzen bis zu 3 m hoch wurde, wahrscheinlich auf der Suche nach Licht. Noch bis Mitte November ragten einige Exemplare stolz in solche Höhen, dass ihre Blätter für die Rehe unerreichbar waren. Markstammkohl galt früher als gutes Schweinefutter. Wir nutzen junge Blattstiele als Kohlgemüse, Kohlsuppe mit Kartoffeln oder im Mischgemüse.

Sehr dekorativ waren die fast 2 m hohen Erbsenpflanzen mit blauvioletten Schoten, die kurz vor der geplanten Haupternte von den Mäusen entdeckt und fein säuberlich geöffnet und geleert wurden. Das Foto mit den violetten Erbsen- und daneben hängenden violetten Bohnenschoten kam so nicht mehr zustande. Nächstes Jahr wollen wir schneller sein.

Die Bohnenernte war erfreulich und erstreckte sich über viele Wochen, beginnend im Juli mit den jungen Fisolen der frühen Sorten (Braune, Blaue und Frühe Grüne), gefolgt von den mittleren (Einserbohne, verschiedene Kipflerbohnen,…) bis zu den späten Sorten (Einbohne, Lila, Pragerhof,…). Gleichzeitig gab es schon wertvolle junge Bohnenkörner zu ernten für Suppen und Salate (Wachtelbohne, Maria Leitner, Schöne von Frau Weitzl und etliche andere). Prächtig waren die 20 cm langen Schoten der „Kroatischen Riesen“ oder die überbreiten der Sorte „Kroatische Breiteste von allen“, reich tragend die „Schwarze Kroatische“. (Alle drei stammen ja tatsächlich aus Kroatien, wo ich vor vielen Jahren von Bäuerinnen einige Körner erhalten habe.)

Große Freude brachte der neue Folientunnel (Architekt und Erbauer: Franz Schuiki, siehe auch: Der Rajock-Hof, Bericht im letzten Heft), in dem in dickem Heumulch Stabtomaten wuchsen. Erstaunlich groß war die vielfältige Ernte, konnten die Jungpflanzen aus unabänderlichen Gründen doch erst am 4. Juli gesetzt werden. Bis dahin hatten sie zwei bis fast drei Monate lang in kleinen Töpfen ausharren müssen… Während die anspruchsvolleren, großfrüchtigen Sorten diese Hungerkur doch nicht so leicht weggesteckt haben, haben die Robusteren zügig zu wachsen begonnen und erst im Oktober damit aufgehört, Früchte auszubilden. Danach lagen viele Früchte zum Nachreifen in der warmen Küche, bis sie sich von grün auf rot oder gelb umfärbten und damit genießbar wurden – wenn sie auch nicht mehr so prächtig schmeckten wie die Sonnengereiften.
Als Schutz vor dem Angriff des Krautfäule-Pilzes bekamen die Tomatenpflanzen im Sommer mehrere Güsse mit verdünnter Knoblauchbrühe, die wir aus den vorjährigen Knoblauch-Überschüssen zubereitet hatten. Die meisten Pflanzen haben die Hochsaison der Krautfäule zwar beschädigt aber doch überlebt und begannen wieder auszutreiben und zu blühen.
Die Samenernte der über 80 angebauten Sorten hat uns zwei Gärtnerinnen wochenlang beschäftigt, doch bis zum Jahresende waren alle Sorten gereinigt, getrocknet, abgefüllt und beschriftet im kühlen Keller unter Dach und Fach und warten auf ihr neues Leben in einem anderen guten Garten.

Kontakt:
Garten der Vielfalt, Herbersdorf 17, A 8510 Stainz, Pflanzenfotos und Samen-Pflanzenliste für den Versand oder Abholung: www.therapiegarten.at
Öffnungszeiten und Tage der offenen Gartentür: 1. März bis 31. Oktober Mi, Fr, Sa 9-15 Uhr und gerne nach tel. Vereinbarung 0043 3463 4384

Bill Mollison, der Gründervater der Permakultur, ist am 25. September 2016 verstorben

Traurig müssen wir mitteilen, dass der Begründer der Permakultur, Bill Mollison, gestorben ist. Einige aus dem PIA-Team durften ihm im Jahr 2005 in Kroatien persönlich begegnen, einige weitere hatten die Möglichkeit, Bill Mollisons gedankliche Welt bei der Übersetzung seines Hauptwerks „Permaculture – A Designers‘ Manual“ (Handbuch der Permakultur-Gestaltung) intensiv kennen- und schätzen zu lernen.

Kaum zu glauben, dass dieses Buch schon mehr fast 30 Jahre alt ist- ist es doch noch immer hoch aktuell und „Welt bewegend“. In diesem Buch stellt Bill Mollison einen Teil seines unermesslichen Wissens und Könnens auf allgemein verständliche Weise all denen zur Verfügung, die zu „Experten/Expertinnen für ihr eigenes Leben“ werden wollen.
Das Buch ist voll von Informationen, mit deren Hilfe wir am selben Tag damit beginnen können, gemeinschaftlich kleine und große Planungsaufgaben anzupacken, Gärten oder Teile der Kulturlandschaft zukunftsfähig umzugestalten, mehr Eigenständigkeit in unser persönliches Leben zu bringen und an der Entfaltung und Eigenversorgung der eigenen und anderer Regionen aktiv mitzuwirken.
Ein Buch voll handfester, umsetzbarer Planungs- und Handlungsanleitungen, die wir für bestimmte Klimaräume, Landschaften und Menschengruppen abwandeln und unterschiedlichen gesellschaftlichen Voraussetzungen anpassen können.
Es ist aber auch ein Buch, das Bill Mollisons ganzheitliche Weltsicht und das Verbundensein aller Lebewesen auf dieser Welt sichtbar und begreifbar macht.
Bill Mollison lässt uns an seiner Vision einer zukunftsfähigen Benutzung der Erde teilhaben und hilft uns zu erkennen, wie wir uns von „schädlichen“ zu „nützlichen“ Gästen dieser Erde entwickeln können – wenn wir es nur bald tun.
Das Buch schont seine LeserInnen nicht. Es zeigt auf, dass zwar nicht mehr viel Zeit zum Handeln geblieben ist, aber dass die Wandlung noch gelingen könnte.
Bill Mollisons Liebe zur Natur und – trotz allem – zu den Menschen und sein nimmermüdes Engagement für das Leben in allen seinen Formen berührt, erfreut und motiviert zum eigenen Handeln.

Für das Gestaltungskonzept der Permakultur, das uns Bill Mollison vermacht hat, bin ich sehr dankbar. Es gibt mir nicht nur vielfältige Gestaltungs-Anleitungen, sondern auch die Hoffnung, dass Zukunft möglich ist. Es zeigt nicht nur auf, was und wie es zu tun ist, sondern benennt auch das Wichtigste daran: die Landschaften in der eigenen Region lebendig zu erhalten und lebenswert zu gestalten – für alle Lebensformen.

Meine Bewunderung gilt Bill Mollisons Einsatz für die Land- und Menschenrechte der Aborigines, zu deren Verbesserung er in Australien maßgeblich beigetragen hat.

Bill Mollison war ein innovativer, offener, mutiger, tatkräftiger und herausfordernder Pionier. Nutzen wir unsere Möglichkeiten, auf seinem Erbe aufzubauen.

Marlies Ortner

Nachruf von Prof. Declan Kennedy

Ich trauere um mein Freund Bill Mollison.
Einen der bedeutendsten Vernetzer ökologischer Maßnahmen – die vom einzelnen Haus oder kleineren Siedlungen bis zur Planung ganzer Regionen reicht – lernten wir – meine Frau Margrit Kennedy und ich – 1981 kennen und brachten ihn bereits ein Jahr später von Australien nach Europa. Dieser Ansatz nennt sich „Permakultur“ (etwa „Dauer-Kultur“, aus der Zusammenfügung der englischen Worte permanent agriculture) und überträgt die Prinzipien geschlossener ökologischer Kreisläufe in der Natur auf die Planung menschlicher Siedlungen. Die Initialzündung dazu kam für uns durch Bill Mollison, den wir 1981, auf Anregung von Rudolf Doernach, nach Berlin eingeladen hatten. Bill Mollison hatte dieses ökologische Konzept in den 70er Jahren zusammen mit David Holmgren in Australien entwickelt und fand durch seine Vorträge seit den frühen 80-er Jahren weltweit immer mehr Anhänger dafür.

Nachdem wir etwa zehn Jahre (1982 – 1992) sehr eng mit Bill Mollison zusammengearbeitet hatten, begannen sich unsere Wege zwar in den frühen 90-er Jahren zu trennen, aber die Freude war groß, als wir uns Anfang  Juni 2005 in der historischen Stadt Motovun in Istrien, bei der 7. Internationalen Permakultur Tagung, wiedersehen konnten. Ich hatte zusammen mit einigen anderen TeilnehmerInnen der Tagung gerade Sepp Holzers Krameterhof in Österreich besucht und war mit ihnen über Ljubljana nach Istrien gekommen. Obwohl ich Bill nun seit fast 24 Jahre kannte und Sepp Holzer erst einen Tag, überraschten mich die Ähnlichkeit und gleichzeitig der Kontrast zwischen diesen beiden Männern. Ähnlich waren sich die „Agrar-Rebellen“ als kreative Praktiker, in ihrem „Gärtnern mit der Natur“, in ihrer scharfsinnigen Ruppigkeit, ihrer Erzählfreude und ihrem Charisma, Männer, die sich innovativ, weitsichtig und praktisch zugleich, solange den Problemen widmeten, die sie sahen, bis sie für ihr jeweiliges Klimagebiet dauerhafte ökologische Lösungen gefunden hatten. Der Kontrast bestand für mich in der Konzentration auf sein Projekt bei Holzer, der gerade 64 Jahre alt war, während Mollison trotz seines hohen Alters mit 78 noch immer dieselbe weltweite Offenheit besaß, mit der er sich über die Jahrzehnte, die wir uns kannten, immer wieder auf neue Projekte eingelassen hatte.

Ich möchte mich nun jedoch meiner Freundschaft mit Bill Mollison zuwenden, der mich – besonders am Anfang – ungemein großzügig an seinen Erfahrungen hat teilhaben lassen, einem Mann, der zum Freund und Lehrer wurde, einem unbequemen Visionär, der schon 1982 in Kanada bei einer der größten und erfolgreichsten Permakultur-Tagungen in Nordamerika den Leitsatz prägte: „Think globally – Act locally“.
Geboren 1928 in Australien, lebte er von seinem 15. bis 28. Lebensjahr allein im australischen Busch und arbeitete als Trapper, Holzfäller, Fischer und Bauer – oft zusammen oder in enger nachbarschaftlicher Beziehung zu den Aborigines – den australischen Ureinwohnern. Aus dieser Zeit hatte er eine Fülle von Geschichten, die alle, denen er sie erzählte, begeisterten. Von der Känguruh-Jagd, in der die Aborigines mit den Tieren Kontakt aufnahmen und ihnen ihre Wertschätzung zukommen ließen, wie auch die Notwendigkeit sie zu erlegen, bis sich ein Tier dem Jäger zu Füßen legte. Oder von der Geschichte mit den schwarzen Schwänen, die Bill beobachtete und die dann zu ihm kamen und sich im Kreis um ihn herumsetzten. Immer waren es Geschichten, die Mensch und Natur im tiefen Kontakt und Einklang miteinander zeigten, etwas, was in unserer westlichen Zivilisation kaum noch existiert.

Nachdem Bill herausfand, dass diese Zivilisation die Gebiete der Aborigines immer mehr zerstörte, begann er – um diese Entwicklung aufzuhalten – 1955 noch einmal zu studieren. Noch während seines Studiums wurde er zum Forscher und Lehrer und begann als Umweltaktivist sich aktiv in die Umweltpolitik seines Landes einzumischen. Er verhinderte Staudammprojekte , kämpfte für die Unterschutzstellung von Naturreservaten und trat auf der Seite der Aborigines für deren Rechte ein.
Als unverbesserlicher Optimist wollte er den Garten Eden wiederherstellen – für alle. Er versuchte darüber hinaus die Grundlagen für ein Konzept zu schaffen, welches nicht nur offen war für neue Informationen, sondern auch das Wissen über nachhaltige, ökologische Techniken aus allen Teilen der Welt integrieren konnte.
Während der Kampagne gegen den Staudamm am Franklin River in Tasmanien in den 70-er Jahre – er war damals Dozent an der Universität in Hobart – traf er seinen späteren Mitautor David Holmgren. Beide begannen darüber zu diskutieren, warum die Landwirtschaft der Aborigines die Zeiten überdauert hatte und warum die moderne Landwirtschaft nur eine relativ kurzfristige Mode-Erscheinung sein würde, darüber, was man von den Aborigines lernen könne und wir ihre Konzepte mit neuer Technologie und neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen in Einklang zu bringen sei. Sie begannen zu experimentieren, zu entwerfen und zu schreiben. Mit Hilfe des japanisch sprechenden Australiers Andrew Jeeves integrierten sie die Ideen von Masanobu Fukuoka (THE ONE STRAW REVOLUTION, 1975), sie übernahmen das Keyline-Konzept von Ken Yeomans (WATER FOR EVERY FARM, 1954) und F. H. Kings Beobachtungen der hochproduktiven landwirtschaftlichen Konzepte Asiens (aus FARMERS OF FORTY CENTURIES – PERMANENT AGRICULTURE IN CHINA, KOREA AND JAPAN, 1911). Daraus schufen sie das Konzept für eine dauerhafte Land-, Wasser- und Waldwirtschaft, welches sie „Permaculture“ nannten (Permanent Agriculture).

Da Permakultur kein Dogma ist oder feste Grenzen hat sondern eher eine Reihe von Grundprinzipien darstellt, die auf alles anwendbar sind, fand er immer wieder neue und weitere Mitstreiter wie das Architektenpaar Ian und Lecki Ord in Melbourne, der Ingenieur und Landwirt Max Lindegger (Designer von Chrystal Waters, Permaculture Village, Queensland), oder Sonja Wallman (mit ihrem produktiven Anlehngewächshaus in der Nähe von Boston, Massachussetts, USA) und viele andere Menschen in Australien, Europa und Nordamerika. Das Permakultur-Entwurfs-System hat er definiert, Teilbereiche integriert und Querverbindungen zwischen den separaten Wissenschaften und Fachgebieten der klassischen universitären Fachbereiche geschaffen.
Inzwischen (2016) haben sich Tausende unabhängiger Permakultur-Vereinigungen – in fast allen Sprachen – über die ganze Welt verbreitet. Jetzt – mehr als 40 Jahre später – dient es Menschen – die sich mit nachhaltiger Landwirtschaft, Wiederverwaldung, Bio-Architektur, Umweltbildung und regionaler Ökonomie auseinandersetzen und die ein iIntegratives Konzept dafür suchen. Bills Engagement und Enthusiasmus erweiterte kontinuierlich die fachübergreifende Qualität des Konzepts und machte Permakultur zu einem immer ganzheitlicheren System. Für mich ist die schönste Definition, die von Bill Mollison stammt: „Permakultur ist ein Tanz mit der Natur – in dem die Natur führt.“

Das erste Buch von Bill Mollison und David Holmgren PERMACULTURE ONE (1978) wurde schon bald danach durch Bills PERMACULTURE TWO (1979) ergänzt und beide hatten 1985 jeweils eine Auflage von über 100 000 Exemplaren. Die beiden Bücher sind auf meine Veranlassung in Deutsch, Portugiesisch, Französisch und Italienisch übersetzt worden und dort Anfang bis Mitte der 80-er Jahren erschienen. Sie basieren als Handbücher sehr stark auf den Erfahrungen in Tasmanien und sind für andere Klimazonen nur teilweise übertragbar. Spanische und französische Übersetzungen folgten später durch die Zusammenarbeit mit Emilia Hazelip, bald die bekannteste Permakulturlehrerin auf beiden Seiten der Pyrenäen.
Die Prinzipien sind jedoch so gut übertragbar und innovativ, dass sie bisweilen etablierte Konzepte der Land- und Forstwirtschaft, der Siedlungswasserwirtschaft, Stadtplanung und Architektur auf den Kopf stellten. Sie bauen auf den Erfahrungen im Entwurf ganzheitlicher Lebensweisen in verschiedenen Kulturen und Ländern auf und nehmen wenig Rücksicht auf moderne Rezepte oder Konventionen. Für uns und viele andere boten sie außerdem einen neuen Lebensstil.

Bei Bill Mollisons erstem Besuch in Deutschland, auf Einladung der Studenten des Fachbereichs Architektur und des British Council – die ich beide dafür gewinnen konnte seine Reise und sein Vortragshonorar zu finanzieren – sollte Bill Anfang Mai 1981 außer in Berlin auch Vorträge in verschiedenen Städten Westdeutschlands, organisiert von Rudolf Dörnach, halten. Durch außergewöhnliche Umstände wurden die restlichen Vorträge (Pershing-Stationierungs-Proteste in ganz Deutschland) abgesagt und Bill blieb eine ganze Woche – ja 10 Tage – bei uns in Berlin-Schlachtensee zu Gast. Er erzählte uns jeden Tag von morgens bis abends von seinen Projekten und Vorhaben in Australien. Und da wir beide das Thema „Ökologie“ – ich in der Universität – als Professor für Infrastruktur im Stadtbaubereich – und meine Frau Margrit im Rahmen ihrer Arbeit für die Internationale Bauausstellung (IBA) Berlin 1987 – als Hauptaufgabe betrachteten, hörten wir gespannt und aufmerksam zu. Unsere Fragen zeigten Bill, dass wir 1981 in Europa vor ganz ähnlichen Problemen standen. Vom Waldsterben bis zur Klimaveränderung, von der Vergiftung von Nahrungsmitteln bis zur Wasserverschwendung, alles was Australien betraf, war bei uns ebenso zu finden. Am wichtigsten aber war uns, dass wir mit ihm Lösungen diskutieren konnten, die leicht verändert auch bei uns funktionieren könnten.
Es war nicht nur lustig sondern auch erschreckend, wenn Bill Fakten und Details zur globalen ökologischen Situation nannte, die wir bis dahin nur sehr bruchstückhaft kannten. Doch seine ungewöhnlichen Lösungswege überzeugten uns beide. Er begann mit seinen Erklärungen um neun Uhr morgens und hörte um Mitternacht auf. Wir hatten so etwas wie einen konzentrierten privaten 72-stündigen Permakultur Design-Kurs – mit vielen praktischen Beispielen, Zeichnungen und Grafiken. Die Kosten waren bescheiden: 2 Packungen Zigaretten und eine Flasche irischen Whiskey pro Tag.
Wir begannen im 6 mal 12 Meter großen Garten und im Wald um den Schlachtensee Pflanzen zu beobachten, manchmal auszurupfen und in den Garten zu setzen. Margrit war Vegetarierin. Abends mussten wir mit Bill – der passionierter Fleischesser war – in ein Restaurant gehen um für ihn Lamm oder ein Steak zu bestellen. In der „Paris Bar“ in der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg, wo er – wie immer – einen deutschen Wein bestellen wollte, und ihm der Kellner leicht indigniert sagte, dass sie nur französischen Wein servieren, bestellte er ein „Hardy Wallbanger“ (Orangensaft mit Wodka). Da musste selbst der Kellner lachen. Solche kulturellen Kontrast-Situationen liebte Bill und hat sie überall irgendwie erzeugt.
Mehrmals sind wir mit ihm nach Kreuzberg in die Sanierungsgebiete der Internationalen Bauausstellung gefahren, wo wir beide mit verschiedenen Gruppen in der Hausbesetzerszene arbeiteten. Obwohl er Städte generell nicht leiden und keinen guten Grund für ihr Überleben finden konnte, hatte er sofort kreative Lösungen für die Menschen bereit, die eine City-Farm aufbauen oder ihr Gemüse und ihre Kräuter selbst ziehen wollten (1981). Was Energiesparmaßnahmen und Grauwasserrecycling anbelangte, so waren in Kreuzberg einige interessante Modelle auch für ihn zu sehen und so wurde diese Zeit zum Anfang eines jahrelangen intensiven Austauschs von ökologischem Wissen über Ländergrenzen und Kontinente hinweg.

Anfang der 80er versuchte Bill ein Art „Permakultur-Bibel“ zu schreiben. Etwa die Hälfte seines DESIGNERS’ MANUALs (1988) ist brillant, besonders die Kapitel über Patterns (Muster) und Design (Entwurf). Es gibt kaum ein anderes Buch, das das „fächerhübergreifende Entwerfen für das Leben“ so gründlich behandelt. Andere Kapitel im Designers’ Manual lassen in ihrer Wissenschaftlichkeit manches zu wünschen übrig. Erst 2010 wurde es durch die Permakultur-Akademie im Alpenraum ins Deutsche übersetzt und verlegt.
Ein weiteres Buch: INTRODUCTION TO PERMACULTURE , welches Bill zusammen mit Reny Slay schrieb und welches von Andrew Jeeves illustriert wurde, ist 1991 erschienen und erklärt Permakultur zum ersten Mal in einer allgemein verständlichen Art und systematischen Betrachtungsweise. Es bietet auch praktische Erfahrungen vieler Permakultur-Aktivisten in Australien und anderen Ländern. Vor allem aber ist es das Ergebnis der Forschungsarbeiten von Bill Mollison und Reny Slay, die in den 1990-er Jahren mit dem australischen Permakultur-Institut nach New South Wales umgezogen waren und dort bei ihrer Arbeit von Marilyn Wade kräftig unterstützt wurden. Auch andere zahlreiche Helfer haben dort Experimente mit Pflanzen, Gebäuden und technischer Infrastruktur durchgeführt, während Bill auf Vortragsreisen in aller Welt unterwegs war.
Margrit und ich haben mithilfe vieler anderer Fachleute Permakultur Eins und Zwei in der zweiten Auflage editiert. Ein besonders gut gelungener Artikel mit farbigen Bildern ist in der Baseler Zeitung (Nr.40, S 10-15) 1984 erschienen und enthält das, was wir selbst im ökologischen Planen und Bauen entwickelt und was wir von Bill Mollison und David Holmgren dazu gelernt haben. Wir danken beiden noch immer für ihre Ideen, ihre Ausdauer und ihr Engagement.
Es waren Bill und Reny, welche den ersten Europäischen Permakultur Design-Kurs in Jagdschloss Glienicke mit mir als Assistenten im Sommer 1982 angeboten hatten. Weil er in Englisch stattfand waren 24 TeilnehmerInnen aus 7 Ländern Europas und 2 Interessenten aus Brasilien dabei. Antja – unsere damals 21-jährige Tochter – hat den Kurs nicht nur mitgemacht, sondern abends auch 2-stündige Repetitorien für die deutschen und österreichischen TeilnehmerInnen abgehalten. Es war für sie nicht einfach, den australisch/tasmanischen Akzent von Bills Englisch zu verstehen, besonders weil er die Hälfte der Zeit durch seine Tabakpfeife artikulierte.
Danach haben sich 7 TeilnehmerInnen dieses Kurses ein dreiviertel Jahr lang jeden Samstag getroffen und an den Entwurfskonzepten gearbeitet, sodass wir gemeinsam in Wetzhausen bei Schweinfurth den ersten in Deutsch abgehaltenen 2-wöchigen Permakultur Design-Kurs (PDC = Permaculture Design Course) veranstalten konnten.

Danach begann meine neue Karriere als „Mr. Permaculture Europe“ (Ost und West) die ich mit Mollisons’ voller Unterstützung antrat. Außer in Deutschland und Brasilien 1982, habe ich bis 1991 die ersten und/oder zwei Permakultur-Entwurfskurse in Dänemark, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, Schottland, der Schweiz, der Slovakei und Slovenien gelehrt. Diese Kurse wurden jeweils von Gaia Trust (Hildur & Ross Jackson, auch Schüler und Freude von Bill) in Dänemark unterstützt.
1993 konnten die Bücher von Bill Mollison FERMENTE und 1996 ein weiteres mit dem Titel TRAVEL IN DREAMS die Erfolge der ersten Bücher nicht wiederholen. Aber die internationale Permakultur-Bewegung ist inzwischen ständig gewachsen – ausgehend von den ersten Büchern und einem von vielen MitautorInnen überarbeiteten zwei- bis dreiwöchigen Design-Kurs. In Europa ist die Übertragung des Konzepts auf nördliche Klimazonen voll im Gange. Sie traf – zum Teil – auf scharfe Kritik von Wissenschaft und Praxis wegen ihrer ungewöhnlichen Thesen und Methoden.

Ich habe so viel von Bill Mollison gelernt und war so begeistert von der Permakultur-Vision, dass ich – ebenso wie viele andere, die in die 1980-er und frühen 1990-er Jahren mit dieser Vision in Kontakt gekommen waren – ein eigenes Permakultur-Projekt verwirklichen wollte. Deshalb haben wir unser Zuhause in Berlin und unsere beiden Stellen aufgegeben, ich meine Professur an der TU Berlin und Margrit ihre Stelle bei der Internationalen Bauausstellung, und haben uns ab1985 am Aufbau einer ökologischen Gemeinschaft in Niedersachsen beteiligt – dem Lebensgarten Steyerberg. Wir haben in dort in einer Siedlung, die 1939 erbaut worden ist, zwei Häuser renoviert und auf 2.6 ha Land in der Nähe eine ganze Reihe von Permakultur-Experimenten durchgeführt. Zeitweilig leitete ich das Permakultur-Institut für Europa im Lebensgarten. Bill Mollison war so begistert von den Lebensgarten-Ansätzen, dass er jeder Jahr mindestens einmal in Steyerberg vorbei gekommen ist – und das über 11 Jahre – und immer neue Impulse mitbrachte. Insgesamt hat das Denken in Permakultur-Kategorien inzwischen weite Kreise gezogen und ich bin froh und dankbar dafür, dass ich relativ früh 1981 mit diesem Konzept und Bill Mollison in Berührung gekommen bin, dass ich die Chance hatte, es mit zu verbreiten und für unsere Klimazonen zu erproben.
Während sich die Arbeit meiner Frau Margrit seit den späten 1980-er Jahren mehr und mehr auf die Einführung nachhaltiger Geldsysteme verlagert hat und sie mit ihrem Buch „Geld ohne Zinsen und Inflation“ inzwischen zu einer Galionsfigur der Geldreformbewegung geworden ist, war diese Arbeit sowohl für sie wie auch für Mollison und mich immer auch ein Teil unserer Umsetzung des Permakultur-Konzepts. Denn wie soll eine dauerhafte Kultur entstehen, wenn es kein dauerhaftes Geldsystem gibt? Gerade die letzten Jahre mit dem Crash auf den internationalen Finanzmärkten und in der Weltwirtschaft – der jetzt selbst die dringendsten ökologischen Probleme überschattet – zeigt, wie stark Ökonomie und Ökologie miteinander verwoben sind. In der Permakultur-„Bibel“ hat Bill auch ein Kapitel über das Geldsystem eingebaut, welches zum großen Teil auf Margrits Arbeit aufbaut.

Noch immer rauchte und trank er zu viel und wurde schließlich so krank, dass er ein paar Mal auf seinen Reisen zusammengebrochen ist – und trotzdem ist er 88 Jahre alt geworden. Es setzte ihm immer mehr zu, dass er mit ansehen musste, wie die ökologische Situation weltweit schlechter und schlechter wurde, und trotz der ständig wachsenden Permakultur-Bewegung an diesem generellen Trend nichts zu ändern war. Bill wurde eine zeitlang depressiv, was er aber ignorierte. Er fühlte sich von vielen Verbündeten verlassen in den letzten, weil sie kompromissbereiter waren als er. Danach hatte er sich aber erholt und seine scharfe kritische Haltung, die manchmal in Zynismus umzuschlagen droht, wiedergefunden. Zwischendurch konnte man ihn wieder in seiner ursprünglichen Lebensfreude erleben. In Istrien in Juni 2005 kam er zu Anfang mit seinen sarkastischen Witzen bei den jüngeren Leuten in der Permakultur-Bewegung, die ihn noch nicht kannten, nicht besonders gut an – aber mit seinen vielen Geschichten, Witzzen und lebendigen Diskussionsbeiträgen fand er bald seinen ihm gebührenden Platz als Mit-Gründer, Verbreiter und Großvater der Permakultur – dafür wurde er dann mehrere Tage von allen Anwesenden gefeiert. Er wird uns allen bitter fehlen.

Steyerberg, 25.09.2016

Nachruf von Graham Bell

Sunday, 25th September 2016
Graham Bell’s moving tribute to Bill Mollison, who died today, a true pioneer who gave up a promising academic career to challenge the status quo and establish the global Permaculture movement.
Bruce Charles ‚Bill‘ Mollison (born 1928 in Stanley, Tasmania, Australia and died today, 24 September 2016 in Sisters Beach, Tasmania).

A few people are born who are world class heroes to those who know them and unkown to the great majority, until one day their inescapable influence floats to the surface and is generally recognised for the cream it is. In hindsight such leaders go on to become household names.

Such a man was Bill Mollison: backwoodsman, academic, storyteller, lady’s man and to many just ‘Uncle Bill’, but doing all these things par excellence. In consequence he has left a worldwide movement of remarkable resilience. He has left much useful information and not a few words of guidance and encouragement for those who will miss him most.

Growing up in Stanley, Tasmania, he left school at fifteen to help run the family bakery and before 26 went through the occupations of shark fisherman and seaman (bringing vessels from post-war disposals to southern ports), forester, mill-worker, trapper, snarer, tractor driver and naturalist. His lack of formal education gave him many learning opportunities in how
the real world works.
Bill joined the CSIRO (Wildlife Survey Section) in 1954 and gained extensive research knowledge. His time in the Tasmanian rainforests gave him the founding structure for what became his life’s passion – Permaculture. The idea that we could consciously design sustainable systems which enabled human beings to live within their means and for all wild life to flourish with us.
A spell at the Tasmanian Museum in curatorial duties, a return to field work with the Inland Fisheries Commission took him back to college in 1966 living on his wits running cattle, security bouncing at dances, shark fishing, and teaching part-time at an exclusive girls‘ school.
Upon receiving his degree in bio-geography, he was appointed to the University of Tasmania where he later developed the unit of Environmental Psychology. During his university period (which lasted for 10 years), Bill independently researched and published a three-volume treatise on the history and genealogies of the descendants of the Tasmanian aborigines.
In 1974, with David Holmgren, Bill developed the beginning of the permaculture concept, leading to the publication of Permaculture One. He became fixated on proving and promulgating what he saw as a world renewing concept. Leaving the University in 1978, abandoning a secure academic tenure at the age of fifty (an unheard of move) Bill devoted all his energies to furthering the system of permaculture and spreading the idea and principles worldwide. He has taught thousands of students, and has contributed many articles, curricula, reports, and recommendations for farm projects, urban clusters and local government bodies.

In 1981, Bill Mollison received the Right Livelihood Award (sometimes called the „Alternative Nobel Prize“) for his work in environmental design. In recent years, he has established a ‚Trust in Aid‘ fund to enable permaculture teachers to reach groups in need, particularly in the poorer parts of the world, with the aim of leaving a core of teachers locally to continue appropriate educational work.

We are helped in remembering Bill by his 1996 autobiography Travels in Dreams. Typically he laughs at himself: “This book is a work of fiction: most if not all of it is lies. Even the lies are imprecise reports of old lies overheard.” He wasn’t universally liked. One ason being he was committed to disrupt the status quo of misguided unfeeling management. “First feel fear, then get angry. Then go with your life into the fight.” He was eloquent about the need for peaceful ‘warriors’ as he called them to challenge the stupidity of ill-governance on a global scale. His own fears about being ineffectual were misguided: “Nobody takes any notice of me and even my friends continually criticise me.” In reality he engendered a massive global respect which will endure and
grow as others develop his foundation thinking.
The pinnacle of his career to his students was the publication in 1988 of The Permaculture Designers Manual, honoured to this day by devotees as ‚The Bible of Permaculture‘. If devotees suggests falsely some religious connotation it’s really that Bill pioneered a deep respect for the planet and for more sensible approaches for how we could live on it:
“We are true time scouts finding places now for what will be needed then.”
Bill asked: “Are we the public or the private person?” The truth of the matter is that for all seasons we are both. Perceived as challenging, a huge harvester of great ideas from around the world (and not always crediting their sources). Bill was also a sensitive man, eloquent raconteur, poet and appreciative of the poetry of others. He knew how to provoke others to action, but also when to withdraw and let others carry on the work. He paraphrased Lao Tzu: “True change is to so change things that it seems natural to everybody but no-one knows who thought of it.”
And: “Our best will not be our children’s best.”
Though often outwardly gruff and challenging there was real heart to everything he did.

Bill Mollison founded the first and original Permaculture Institute, which was established in 1979 to teach the practical design of sustainable soil, water, plant, and legal and economic systems to
students worldwide. Bill’s legacy is that hundreds of thousands of past students have created a world-wide network to take his concept forward.
This is a world in which we are acutely aware of our environment, its capacity and its limitations, and we design systems to meet human needs which respect that.

Bill spent his final years in Sisters Beach, Tasmania. The final words must go to him in true classical tone:
“If you hear that I am dead tell them they lie.“

Graham Bell is the author of The Permacultiure Way and The Permaculture Garden http://www.green-shopping.co.uk/books/pp/graham-bell.html and has been teaching permaculture internationally for over two and a half decades. He has one of the oldest forest gardens in the Borders of Scotland.

Cross-posted from grahambell.org
http://grahambell.org/wp-content/uploads/2016/09/Bill-Mollison-Obituary-25.9.16.pdf
with our thanks.
Help spread the permaculture word…

Alles Papier kommt aus dem Wald

von Marlies Ortner

Viele in unserer Überflussgesellschaft haben eine gewisse Hemmung, Lebensmittel zu vergeuden oder wegzuwerfen. Doch beim Papiergebrauch hören die wenigsten von uns eine solche „innere Stimme“, die uns vor allzu sorglosem Umgang mit dieser Ressource warnen würde.
Und doch hängen Papierproduktion, Lebensmittelversorgung und Klimaänderung weltweit sehr eng miteinander zusammen und zeigen uns, dass es in den großen Umweltfragen kein „Wir in Österreich…“ oder „Bei uns in … ist das alles anders“ gibt. >> weiterlesen

Grüne Netze: Wildsträucher-Hecken

Von Marlies Ortner

Wildsträucher-Hecken sind grüne Netze, die, über die Landschaft gelegt, ihre ökologische Stabilität fördern.

Hecken verbinden.
Erst als eine Freundin mir von einer Flugreise ein Foto mitbrachte, das eine englische Landschaft aus der Vogelperspektive zeigt, wurde mir die verbindende und vernetzende Bedeutung von Hecken für die Kulturlandschaft wirklich klar. Hecken binden nicht nur (die ökologisch instabilen) Äcker und Wiesen, sondern auch Gärten und Siedlungsgrün, ja sogar die Großstadt-City und Industrieanlagen erfolgreich ins Ökosystem ein. Sie sind neben Feuchtbiotopen der wichtigste Teil des so genannten „Bioptopverbund-Systems“, dessen die intensiv genutzte Kulturlandschaft so dringend bedarf.

Stadt und Land sind gleichermaßen „Hecken-bedürftig“ und ländliche Monokultursteppen und Großstadtwüsten stehen einander hierin nicht nach.

Im Sinne der Zukunftsfähigkeit helfen Hecken mit, ein Biotopverbund-System aufzubauen, dessen Struktur aus heimischen Wildpflanzen besteht und das mindestens 10-15% der Gesamtfläche einer Region einnehmen soll. >> weiterlesen

Bienenfutter-Tagebuch aus dem „Garten der Vielfalt“

von Marlies Ortner, Stainz / Steiermark

Da der „Garten der Vielfalt“ ein Vermehrungsgarten ist, sollen Honig- und Wildbienen, Schwebfliegen, Wespen und Schmetterlinge das ganze Vegetationsjahr hier einen gedeckten Tisch vorfinden – damit diese Tierchen ganzjährig für die Saatgutvermehrung arbeiten können, denn rundherum zwischen „Sterzbäumen (Maispflanzen) und Fichtenstangenäckern“ blüht nur wenig.
Daher gibt es täglich viel zu schauen und zu horchen, wo es blüht, flattert, summt und brummt, und zu prüfen, ob das Ziel des ganzjährig gedeckten Tischs schon erreicht ist.
Besonderes Augenmerk erhalten die „schwierigen“ Monate im frühen Frühling und im Herbst, weil der Spätfrühling und Sommer ohnehin mit einer großen Blütenfülle gesegnet sind. >> weiterlesen

Nützlingsbiotope und Wildniszonen als Elemente von Permakultur-Gärten

Aus „Permakultur beginnt im Garten – Selbstversorgung mit Gemüse“ von Marlies Ortner

Erst durch das Zusammenwirken unterschiedlicher naturnaher System-Elemente werden Gemüsebeete Teil eines harmonischen und funktionierenden Ganzen. Die Gefahr, dass unsere empfindlichen Kulturpflanzen von Epidemien hinweg gerafft oder von unerwünschten Mitbewohnern verspeist werden, wird durch die „biologischen Mitarbeiter“ hintan gehalten, die in den Nützlings-Biotopen Nahrung, Schutz, Wohnung und Brutplatz finden.
Abgesehen von der Nützlichkeit der Wildpflanzen und Wildtiere für den Gemüsebau sollen Permakultur-Gärten aber auch Orte sein, an denen Wildpflanzen und Wildtiere wegen ihres Werts an sich Asyl finden und gern gesehene Gäste sind. >> weiterlesen

Nahrhaftes von heimischen Bäumen für Tier und Mensch

Eine unvollständige Übersicht von Marlies Ortner

Nicht die kultivierten und wilden Obst- und Nussbäume und deren Früchte werden hier besprochen, sondern anderes Essbares und Nützliches für Mensch und Tier, das heimische Bäume spenden.

Eichen, Quercus sp. Eicheln sind und waren wichtiges Schweinefutter: Eichel-Jahre waren auch Schweinemast-Jahre. In kaltem Wasser zur Entbitterung ausgelaugt, sind sie auch für den Menschen genießbar. Geröstet ergeben gemahlene Eicheln einen akzeptablen Kaffee-Ersatz. In Notzeiten wurden sie als Kohlenhydrat-Lieferanten genutzt und in Form von Eichelmehl im Brot mitgebacken. Eicheln sind auch wichtiges Vogelfutter (Eichelhäher) und werden von Hühnern gern gefressen.
Die Eichenrinde ist zwar wegen ihres hohen Tanningehalts kein Lebensmittel, aber ein wertvolles Heilmittel, das Entzündungen hemmt.  >> weiterlesen

Permakulturell gärtnern in Ackergröße

von Marlies Ortner, Steiermark

Eine zweidimensionale Ackerfläche zu einem dreidimensionalen Lebensraum zu entwickeln, der nicht nur unserer Versorgung immer besser nützt, sondern auch zunehmend an ökologischem Wert gewinnt, ist eine komplexe Aufgabe.
Vor der Pflanzsaison haben wir (hoffentlich) Zeit und Ruhe, die Gestaltung und Bepflanzung des Permakultur-Ackers für das nächste – und weitere – Jahre in diesem Sinne zu planen und dabei die Mitwirkenden einzubeziehen.
Eine mögliche Vorgangsweise ist, die Planung in die im Folgenden beschriebenen Schritte zu gliedern. >> weiterlesen

 

WAS WIR FÜR DIE ERDE TUN KÖNNEN

Lesermeinungen zur deutschsprachigen Erstausgabe

„Was wir für die Erde tun können“ von Patrick Whitefield ist ein hervorragendes Handbuch zu den vielfältigen Themen der Permakultur: beginnend mit einer ausführlichen Einleitung, spannt es den weiten Bogen zwischen den ökologischen Grundlagen, die unsere Gestaltungsaufgaben prägen, sprich Boden, Klima, Wasser, Energie & Ressourcen, geht ausführlich auf die verschiedenen Anwendungen ein und setzt dann noch einen Fokus auf den Gestaltungsprozess selbst. Und vor allem Letzterer macht dieses Buch wirklich zu etwas Besonderem! Die Fähigkeit unsere Lebensräume zukunftsfähig und nach dem Vorbild der Natur zu gestalten ist das Schlüssel-Werkzeug für eine nachhaltige Zukunft. >> weiterlesen

Permakultur-Forum im Schloss

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„Landschaft nahrhaft erhalten und gestalten“

15.-18. Oktober 2015
Schloss Limberg bei Schwanberg, Steiermark/Österreich

Das Permakultur-Forum im Schloss war eine gelungene Veranstaltung, die viele Anregungen gegeben, Projekte angestoßen und Diskussionen ausgelöst hat. Das vielfältige Programm, die reichhaltige Verpflegung und die angeregte Stimmung werden uns, dem PIA-Team, und manchen anderen der Teilnehmenden und Mitwirkenden in Erinnerung bleiben.

Dieses Permakultur-Forum als informelle Weiterbildungsveranstaltung zu planen und durchzuführen, war eine recht umfangreiche Aufgabe, die uns viel Freude gemacht, uns aber auch viel abverlangt hat. Danke auch hier allen, die zum Gelingen beigetragen haben: durch aktive Teilnahme, durch vielfältige Beiträge zum Programm und durch unkomplizierte und spontane Mitarbeit überall dort, wo es erforderlich war.

Wir hoffen, dass das Permakultur-Forum allen, die dabei waren, Freude gemacht und Ideen gebracht hat. Für uns war die Zusammenarbeit mit so vielen Permakultur-bewegten Menschen ein großes Erlebnis und wir freuen uns schon jetzt auf ein nächstes Treffen.

Das PIA-Team