Permakultur-Ausbildung an der Winterschule Ulten 2015-2018

AUSGEBUCHT!

Curriculum erstellt von Dr. Marlies Ortner, Leiterin der Permakultur-Akademie im Alpenraum, unter Mitarbeit von Dr. Anntraud Torggler
im Auftrag der Permakultur-Akademie im Alpenraum

Copyright by Permakultur-Akademie im Alpenraum

Ökologische, nachhaltige und funktionale Gestaltung von Lebensräumen und Lebensweisen
nach dem Curriculum von Bill Mollison

Der Begriff Permakultur kommt aus dem Englischen (permanent agriculture = dauerhafte Landwirtschaft) und wurde von den Australiern Bill Mollison und David Holmgren Ende der 70er Jahre geprägt.
Permakultur ist heute ein Konzept für die zukunftsfähige und energieeffektive Gestaltung der Landschaft, der Siedlungen und der Gesellschaft in einer Region.
Permakultur beschreibt daher nicht nur nachhaltige Methoden beim Land- und Gartenbau, sondern vor allem Prinzipien und Vorgehensweisen, wie landwirtschaftliche und soziale Systeme zukunftsfähig geplant, gestaltet und weiter entwickelt werden können.
Permakultur zeigt also Möglichkeiten, das Land nach dem Vorbild natürlicher Ökosysteme effektiv zu nutzen und Teile davon der Natur zurückzugeben – und damit das eigene Leben und den Alltag zukunftsfähig zu gestalten – regional und weltweit.
Permakultur beruht auf der Beobachtung der Natur und auf dem Denken in Zusammenhängen und Wechselwirkungen. Permakultur zeigt, wie Menschen ihre Verantwortung für die Schöpfung wahrnehmen und ihre Ressourcen zur regionalen Selbstversorgung besser nutzen können.
Die Ausbildung zur Fachkraft für Permakultur an der Winterschule in Zusammenarbeit mit der Permakultur-Akademie im Alpenraum (PIA) ist eine einzigartige Ausbildung. Ziel dieser dreijährigen Ausbildung ist die Entwicklung der Fähigkeit, Permakultur-Projekte zu planen und zu gestalten. Dabei stützen wir uns auf eingehende Naturbeobachtung, auf die Weisheit traditioneller Landwirtschaft und auf moderne Wissenschaft und Technik.
Das Thema “Aufbauen von Kooperationen zur lokalen und regionalen Selbstversorgung” (Kreisläufe von Waren und Dienstleistungen, Tauschringe, Erzeuger-Verbraucher-Gruppen, Aufbau lokaler Märkte, Projektarbeit in der Gruppe und Kennenlernen bestehender Kooperationen) ist in alle Kurse des Lehrgangs integriert.
Das 1. Jahr des Ausbildungslehrgangs zur Fachkraft für Permakultur enthält die international festgelegte Grundausbildung (Permakultur-Zertifikat der Permakultur-Akademie im Alpenraum mit dem Sitz in Österreich). Im 2. und 3. Jahr enthält der Lehrgang je zwei 16-stündige Planungs- und Gestaltungskurse mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten und Projektpräsentationen. Diese Planungskurse können für den weiter führenden Diplomweg bei der Permakultur-Akademie im Alpenraum zur Erlangung des Internationalen Diploms der angewandten Permakultur-Gestaltung angerechnet werden.

Die Hälfte der Ausbildungszeit besteht aus Vermittlung von Grundlagenwissen, die andere Hälfte aus Gruppenarbeit und Workshops (Praxis). Für die fünf Module des Zertifikatskurses besteht Anwesenheitpflicht.

Im Lehrgang unterrichten Personen mit Permakultur-Diplom bzw. Personen in Ausbildung zum Diplom sowie Permakultur-Fachkräfte und Personen mit Permakultur-Zertifikat, die fachlich für das jeweilige Thema befähigt sind, und nur, wenn diese nicht zur Verfügung stehen, andere Fachleute.
Frau Dr. Marlies Ortner, die Leiterin der Permakultur-Akademie im Alpenraum, ist die verantwortliche Referentin des Lehrgangs.

Die Fachkraft-Ausbildung in Permakultur wird mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung abgeschlossen. Prüfungsgegenstand ist ein selbst gestaltetes und dokumentiertes Permakultur-Projekt sowie Fragen zu diesem, zum Pflanzenwissen und zu den Kursinhalten des Lehrgangs.

Folgende Kurse bilden das Hauptfach und können nicht einzeln besucht werden.

Kursdauer: 112 Unterrichtsstunden
Termine: siehe Kurse 1 bis 6

 

Referierende (1. Jahr):

Sigrid Drage
Magistra der Ökologie, Permakultur-Ausbildung bei PIA, Permakultur-Gärtnerin, Sozialbegleiterin, Permakultur-Lehrerin, Verein Una cum Terra – permakulturkreative

Josef Gruber
Langjähriger Molkereifachmann der Sennereigenossenschaft Algund, Träger des Ehrenzeichens in Silber des Verbandes Tiroler Molkerei- und Käsereifachleute

Andreas Mairhofer
Dr.Ing., freiberuflicher Bauingenieur, Ausbildung zum Baubiologen, Permakultur-Ausbildung an der Winterschule Ulten

Walter Margesin
Biobauer mit Schwerpunkt Obstbau, seit 2002 Permakulturkurse, Permakultur-Ausbildung bei Joe Polaischer und an der Winterschule Ulten, Permakulturhof

Thomas Meier
Dipl.Ing. – Landschaftsbau, Permakultur-Ausbildung bei Rosemary Morrow und der Permakultur-Akademie im Alpenraum, Permakulturdiplom seit 2012, Demetergärtner, Permakulturlehrer, Sozialbegleiter, „Garten der Vielfalt“

Marlies Ortner
Dr. med., Ärztin für Umweltmedizin, ökologische Jugend- und Erwachsenenbildung, „Garten der Vielfalt”, Therapiegarten-Institut für Pflanzenmedizin und Naturerfahrung, Permakultur-Diplom seit 2000; Permakultur-Gestalterin und -Lehrerin, Gründung und Leitung der PIA

Waltraud Schwienbacher
Initiatorin der Winterschule Ulten, Bio-Kräuterbäuerin, Seminare und Werkstätten im In- und Ausland, Permakultur-Ausbildung an der Winterschule Ulten und der Permakultrur-Akademie im Alpenraum, Permakulturdiplom seit 2015

Anntraud Torggler
Dr., Architektin, Baubiologin, Vortragstätigkeit im In- und Ausland, Permakultur-Ausbildung bei der Permakultur-Akademie im Alpenraum, Projekt Landgarten Guggenberg

Andreas Voglgruber
MSc, Biologe, Permakultur-Ausbildung bei PIA, Permakultur-Gärtner, Öko-Agentur Grünerd, Permakultur-Lehrer, Verein Una cum Terra – permakulturkreative

Konrad Walter
Dr., Sozialwissenschaftler, Vorsitzender der Zeitbank Meran und der Zeitbankenvereinigung Interbanka, Permakultur-Ausbildung bei der PIA

KURSE IM 1. AUSBILDUNGSJAHR:

KURS 1: Permakultur-Zertifikatskurs: Einführungskurs und Modul 1/1. Tag

Kursinhalte:
Einführungskurs: Was ist Permakultur (Geschichte, Idee, Ethik, gesellschaftliche und Naturzusammenhänge sowie Lebensführung der Permakultur). Permakultur-Basiswissen (Ökologische Grundbegriffe und Zusammenhänge; Ressourcen; Selbstversorgung). Permakultur-Ethik. Gestaltungs-Werkzeuge 1: Permakultur-Gestaltungsgrundsätze und Konzeptwerkzeuge; Gestaltungswerkzeuge 2: „Muster in der Natur“; Planungsübung. Naturerfahrungsübung; Pk-Gärtnern im Alpenraum Teil 1. Projektpräsentation. Ausbildungswege in der Permakultur.
Modul 1/1: Böden, Klima, Wasser. Permakulturgärtnern im Alpenraum Teil 2.
Dauer: 24 Unterrichtsstunden
Termin: 22.-24.10.2015
ReferentInnen: Sigrid Drage, Walter Margesin, Andreas Voglgruber

 

KURS 2: Permakultur-Zertifikatskurs Modul 1(2. und 3. Tag) und Modul 2

Kursinhalte:
Modul 1/2: Wildnis, Naturlandschafts- und Kulturlandschaftsformen. Genressourcen: Saatgut. Lebensmittel. Persönliche/lokale/regionale Selbstversorgung. Wald und Forst. Gesundheitsförderung durch Pk-Gestaltung. Gestaltungspraxis 1: Konzeptwerkzeuge, Elemente des Gartens und der Kleinlandwirtschaft; Gestaltungspraxis 2: Detailplanungswerkzeuge; Planungsübungen, Projektpräsentation. Naturwahrnehmungsübungen.
Modul 2: Gebäude und Siedlungen: Standortwahl, Nachhaltige Baustoffe und Techniken, Bauökologie und Baubiologie, Nachhaltige Energieplanung, Materialkreisläufe und Nutzungskaskaden. Wassernutzung in Siedlungen. Mobilität und Transporte, Vorbeugung von Luftverschmutzung und Klimabelastung, Gestaltung im subtropischen und tropischen Klima. Permakulturgärtnern im Alpenraum Teil 3. Gestaltungspraxis 3: Orientieren im Gelände, Pläne und Skizzen lesen und zeichnen Detailplanungswerkzeuge, Planungsübung, Projektpräsentation. Naturwahrnehmungsübung.
Dauer: 32 Unterrichtsstunden
Termin: 25.-28.11. 2015
ReferentInnen: Thomas Meier, Marlies Ortner, Anntraud Torggler

 

KURS 3: Permakultur-Zertifikatskurs Module 3 und 4

Kursinhalte:
Modul 3: Siedlungen gestalten und entwickeln. Erdbewegungen und Erdbauten. Landzugang (gesetzliche Grundlagen). Urbane Permakultur. Bioregionen. Lokales Wirtschaften; Wirtschaften ohne Geld und Zinsen. Regionalentwicklung. Ökosoziales/Ethisches Investment. Gestaltung im trockenen Klima. Permakulturgärtnern im Alpenraum Teil 4. Gestaltungspraxis 4: Projektentwicklungs-Methodik für Gemeinschaftsprojekte, Planungsübung, Projektpräsentation. Naturerfahrungsübung.
Modul 4: Traditionelle Landwirtschaft, biologische/ökologische und Permakultur-Landwirtschaft, gesetzliche Grundlagen der Landwirtschaft. Alternativen im Ackerbau. Saatguterhaltung bei Getreide und Feldfrüchten. Alternativen bei der Nutztierhaltung. Aquakulturen. Gestaltung im kalten Klima. Permakulturgärtnern im Alpenraum Teil 5. Gestaltungspraxis 5: Entwurfswerkzeuge, Planungsübung, Projektpräsentation. Naturwahrnehmungsübung.
Dauer: 32 Unterrichtsstunden
Termin: 24.-27.2.2016
ReferentInnen: Konrad Walter, Andreas Mairhofer, Thomas Meier, Marlies Ortner

 

KURS 4: Nutztierhaltung in der Permakultur

Kursinhalte: Erhaltenswerte Schaf- und Ziegenrassen, Pferde-, Esel-, Rinder-, Schweine- und Geflügelrassen sowie Hasen für die Freilandhaltung, Seidenraupen, Haltung und Zucht. Nutztiere als landwirtschaftliche Mitarbeiter und Fleischverarbeitung kennen lernen (mit Lehrausgang zu Biobetrieben mit Freiland-Haltung alter Rassen)
Dauer: 8 Unterrichtsstunden
Termin: 7.4.2016
Referentin: Waltraud Schwienbacher

 

KURS 5: Woll- und Milchverarbeitung

Kursinhalte:
Milchverarbeitung: Melken sowie Zubereitung von Sauermilch, Topfen, Käse, Joghurt. Wollverarbeitung: Wolle waschen, trocknen, kardieren, färben, filzen, spinnen, weben und weitere Verwendungen.
Dauer: 16 Unterrichtsstunden
Termin: 8.-9.4.2016
ReferentInnen: Waltraud Schwienbacher, Josef Gruber

Details siehe www.winterschule-ulten.it