… im April

22/04/2012 von Marlies Ortner | Kommentare deaktiviert

Permakultur ist Landschaft zukunftsfähig gestalten.

Gesundheit und Vielfältigkeit der Landschaft sind wichtige Voraussetzungen für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen.

Die Intaktheit der Landschaft, in die unsere Leben eingebettet sind, ist entscheidend dafür, dass wir unseren gewünschten Lebensstil überhaupt erst entfalten können – einen Lebensstil in Bescheidenheit, Wertschätzung und Fülle; und reich an Geschenken, Wahrnehmungen und Begegnungen; und immer weniger auf Kosten anderer.

Die Landschaft in und rund um unsere Siedlungen zu reichhaltigen und nährenden kultivierten Ökosystemen zu entwickeln und dadurch siedlungsfernere Landschaften der Natur ganz zurückgeben zu können – das sind unsere Kernaufgaben in der Permakultur. Hoffentlich können wir sie mit wachsendem Verständnis für ökologische und ökosoziale Zusammenhänge immer besser meistern.

Selbstbau von Permakultur-Elementen jetzt planen

22/04/2012 von Marlies Ortner | Kommentare deaktiviert

Jetzt ist die beste Zeit, um die Umgestaltung des Gartens für die Selbstversorgung zu planen. Folgende Elemente haben sich dafür bewährt:

LEHMBACKOFEN. In diesem Gartenelement kann man ganzjährig Pizza, kleine Brote und Kuchen backen. Der Backofen wird auf einem Sockel aus Natursteinen oder gemauerten Ziegeln errichtet. Auf den Sockel wird eine waagrechte Steinplatte gesetzt, darauf mit Hilfe eines Sandhügels oder umgedrehten Weiden- oder Drahtkorbes der Ofen aus Strohlehm aufgebaut und mit Ofenrohr und Ofentür versehen. Wichtig ist, das Lehmbauwerk durch ein geeignetes Dach dauerhaft vor Regen zu schützen. Das Dach kann mit trockenheitsverträglichen Pflanzen bepflanzt werden (extensives Gründach)

Zum Backen wird im Ofenraum ein kräftiges Holzfeuer entzündet. Sobald die Glut die Speichermasse des Ofens erhitzt hat, wird sie herausgekehrt und das Backgut „eingeschossen“.

Bauzeit (Ofen ohne Dach): mit einer fleißigen Gruppe 1 Tag.

KRÄUTERSPIRALE. Sie ist ein nützliches und gleichzeitig sehr dekoratives, dreidimensionales Gartenelement für sonnige Stellen. Auf die von Graswuchs befreite ebene Fläche wird ein Kegel aus Schotter, Sand, Aushub und/oder sauberen Recycling-Baumaterialien (wie alten Ziegeln, Betonresten, zerbrochenen Fliesen etc.) geschüttet. Dieses „Innenleben“ wird beim fertigen Bauwerk nicht mehr sichtbar sein. Auf diesen Kegel wird spiralförmig eine Trockenmauer aus Natursteinen hinauf gebaut. Das dabei entstehende spiralförmige, auf den Gipfel führende Beet verfüllt man mit Kräutererde und bepflanzt es mit den Kräutern der eigenen Wahl: schattseitig und unten fühlen sich die Arten wohl, die etwas kühlere und feuchteres Plätze schätzen, sonnseitig und oben finden Mittelmeerkräuter ihren Platz. Kräuterspiralen brauchen wenig Pflege und sind sehr langlebig.

Bauzeit: mit einer arbeitsfreudigen Gruppe 1 Tag.

PERMAKULTUR-HÜGELBEET. Es ist ein nützliches Element für den selbstversorgenden Gemüseanbau. Das Hügelbeet der Permakultur ist langlebig, pflegeleicht und verwertet überschüssige organische Materialien auf bestmögliche Weise. Die Pflanzen wachsen im verrottenden Mulch, der ja eine Vorstufe von Humus ist.

Der Beet-Wall wird meist von Ost nach West ausgerichtet – dadurch entstehen eine südseitige warme und eine nordseitige kühlere Beetseite. Der Kern des Walls wird aus langsam verrottenden, längs geschlichteten, dünnen Holzstämmen und dicken Ästen geformt, darauf kommen dünnere Äste (Strauch- und Baumschnitt), Staudenschnitt, Laub, Gejätetes und evtl. Grassoden. Darauf legt man trockenen oder angetrockneten Grasschnitt und/oder (verdorbenes) Heu oder Stroh, darauf – falls vorhanden – eine dünne Schicht Komposterde, die man mit Gras gut bedeckt. Bei trockenem Wetter sollte das Hügelbeet befeuchtet werden, damit die Mikroorganismen ihr Werk beginnen können und die Verrottung in Gang kommt.

Das frisch gebaute Hügelbeet kann sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt besät oder bepflanzt werden. Dazu legt man in der obersten Grasmulchschicht ein Pflanzloch frei, füllt es mit Komposterde und setzt das Salat-, Kürbis- oder Krautpflänzchen ein. Ebenso können in das mit reifer Komposterde gefüllte Pflanzloch Busch-bohnen, Rukola, Karotten, Pastinaken oder andere Kräuter- und Gemüsesamen gesät werden.

Jede Bodenbearbeitung entfällt, stattdessen wird mit Grasschnitt oder Stroh immer wieder nachgemulcht. Das Permakultur-Hügelbeet sollte mindestens fünf Jahre lang leben, wenn jedes Jahr eine dicke Mulchschicht darauf gelegt wird. Dann sind die Stämme und Äste vererdet und das Hügelbeet ist flach geworden. Man kann die Erde ernten und von vorn beginnen.

Bauzeit: für eine Person 1-2 Tage, mit einer Gruppe 1-3 Stunden.

(Näheres in der Broschüre „Permakulturgärten sind … anders, zu beziehen per Antwortmail (Versand) oder Abholung im „Garten der Vielfalt“)

HUMUSTOILETTE. Sie spart wertvolle Ressourcen, da sie ohne Spülwasser (meist wertvolles Trinkwasser) funktioniert. Der Platz wird so ausgewählt, dass die Rückseite des Häuschens auch im Winter besonnt wird. Die äußere Hülle wird aus Brettern gezimmert, erhält ein regensicheres Dach und wird mit einer geeigneten Sitzgelegenheit mit dicht schließendem Deckel ausgestattet. Ein südseitig angebrachtes Abzugsrohr sorgt für geruchsfreie Sitzungen. Das „Innenleben“ besteht aus einem luftigen, vor Fliegen geschützten Kompostbehälter, in dem die „Wertstoffe“ gesammelt und mit Hilfe von Rindenmulch, Sägespänen, Komposterde, Laub, … zur Verrottung gebracht werden. Wenn der Kompostbehälter eines Tages voll ist, wird er gegen einen leeren Behälter ausgetauscht. Der noch unreife Kompost soll im Behälter noch mindestens ein Jahr lang weiter rotten, damit auch alle evtl. vorhandenen Krankheitskeime unschädlich gemacht sind.

Bauzeit: Mit einer handwerklich erfahrenen Gruppe 1-3 Tage.

WILDSTRÄUCHERHECKE. Sie ist eines der wichtigsten Nützlingsbiotope, befestigt Böschungen, spendet Schatten, gibt Wind-, Staub- und Sichtschutz und bietet den Menschen Blüten, Früchte und Heilmittel. Die einfachste und arbeitssparendste Art, eine Hecke mit heimischen Wildsträuchern anzulegen, ist mit Hilfe von Altkarton-Mulch, der direkt auf die Wiese – ohne vorheriges Umstechen – aufgelegt wird. Die Sträucher-Jungpflanze wird vorher in ein Pflanzloch gesetzt und danach wird das Kartonblatt, das an einer Seite bis zur Mitte eingeschnitten wird, wie ein Kragen herumgelegt. Der Karton wird mit Steinen befestigt, befeuchtet und mit Holzhackschnitzeln, Laub oder Grasschnitt bedeckt. Die Graswurzeln unter dem Karton werden durch diese Lichtsperre geschwächt und geben schließlich auf. Die jungen Sträucher sind dadurch konkurrenzfrei und können schneller anwachsen. Der Karton beginnt zu verrotten und wird nach einiger Zeit von Mikroorganismen und Regenwürmern in Erde verwandelt. Wenn immer gut nachgemulcht wird, kann auch weiterhin kein unerwünschtes Gras aufkommen, bis sich die junge Hecke nach einigen Jahren selbst mit Laub mulcht.

(Näheres in der Broschüre „Grüne Netze – der Heckenfalter, zu beziehen per Antwortmail (Versand) oder Abholung im „Garten der Vielfalt“)

Weitere nützliche Elemente im Permakulturgarten zum Selberbauen sind z.B. Strohballen-Gartenhaus, Wildholz-Pergola, Weidenlaube, Insektenhotel, Igelburg, Kartoffelturm, Dörrhaus, Gartenteich und Sumpfbeet, Biomeiler, Trockenmauer, Kompostanlage, Frühbeet, Kraterbeet, Hochbeet, Erdkeller, Erdgewächshaus…

Getreide aus dem Garten

22/04/2012 von Marlies Ortner | Kommentare deaktiviert


Um für eine Person für ein Jahr Speisegetreide altbewährter Sorten von Hand anzubauen, sind – je nach Ernährungsgewohnheiten, Bodenverhältnissen und Anbauweise – durchschnittlich 500-1000 m2 Acker- oder Gartenboden erforderlich. Este Versuche zum Kennenlernen der Getreidearten und verschiedener Anbauweisen sind aber auf viel kleineren Flächen möglich.

Der Boden wird wie ein Beet von Hand vorbereitet (also z.B. im Herbst davor mit Kartonmulch bedeckt, um ihn von unerwünschtem Bewuchs frei zu machen, und dann mit der Grabegabel gelockert) oder mit Spatenmaschine bzw. Grubber bearbeitet.

Dann wird das Winter- oder Sommergetreide (im Herbst bzw. Frühjahr) in Reihen mit der Hand gesät, mit dem Rechenrücken angedrückt und mit möglichst samenfreiem Grasschnitt kräftig gemulcht. Wenn die Fläche bereits gemulcht ist, kann das Saatgut auch in den Mulch gesät und mit dem Rechen hineingerüttelt werden. Die heranwachsenden Getreidepflanzen brauchen keine weitere Pflege.

Sobald die Körner beginnen hart zu werden, werden die Halme mit der Sense oder Sichel geschnitten, zu Garben gebunden und zum Trocknen sonnig unter Dach aufgestellt.

Nun beginnt der schwierige Teil: das Dreschen. Roggen, Gerste und Weizen lassen sich leicht mit einem Dreschflegel, einem Stock oder durch Darüberlaufen mit Turnschuhen ausdreschen, während Hafer und Dinkel von den Spelzen befreit werden müssen, wozu ein geeignetes Gerät erforderlich ist. Maiskörner lassen sich von Hand abrebeln, indem man zwei Kolben aneinander reibt, oder durch ein handbetriebenes Gerät, das noch evtl. auf dem Hof vorhanden ist, während Hirsekörner nur durch Mahlen mit einer geeigneten Mühle von den Hüllen befreit werden können. Um Buchweizen von Hand zu schälen, kann man ihn mit kochendem Wasser übergießen, wodurch die Schalen aufspringen, und diese dann durch Reiben (teilweise) entfernen. Amarantkörner fallen durch Schütteln leicht aus den Samenhüllen, während Quinoakörner durch Reiben, Sieben und nochmaliges Schütteln von den Samenhüllen befreit werden können.

Beim anschließenden Reinigen kleiner Getreidemengen helfen Siebe mit verschiedenen Korngrößen, der Wind und eine „schiefe Ebene“ (Nudelbrett, Karton, …).

Der nächste Arbeitsschritt ist das Mahlen mit einer Haushalts-Getreidemühle. Nun kann durch Zugabe von Sauerteig und/oder Hefe/Germ der Brotteig hergestellt und anschließend gebacken werden.

Soweit zu ersten Experimenten mit dem eigenen kleinflächigen Getreideanbau. Wer mit der Getreideselbstversorgung Ernst machen will, wird Gleichgesinnte suchen müssen, um gemeinschaftlich für das Dreschen und Reinigen entweder alte noch vorhandene Standgeräte wieder in Betrieb zu setzen oder neue zu bauen.